Cloud Gaming

Gamen via Fernsteuerung auf einem Server in einem Rechenzentrum irgendwo auf der Welt. Das geht mit einem einigermassen aktuellen Computer zuhause und einer Top-Internetverbindung erstaunlich gut.

Weg mit dem Spiele-PC

Ich möchte ab und zu ein PC-Game zocken. Ich möchte aber nicht für «ab und zu» eine sperrige PC-Kiste zuhause rumstehen haben.

Auf der Suche nach Alternativen stiess ich auf einen Artikel auf golem.de. Darin wird erklärt, wie über ein Amazon-Fire-Stick gezockt werden kann. Wär doch gelacht, wenn mein guter, alter iMac mid2010 nicht fertig bringt, was ein kleiner Amazon-Fire-Stick schafft.

Benötigte Software

Ich buchte eine virtuelle Maschine über den Cloud-Computer-Anbieter paperspace.com. Im Golem-Artikel wurde die Streaming-Software Parsecerwähnt. Diese ist mit wenigen Klicks auf dem Computer und auf der virtuellen Maschine installiert. Theoretisch könnte das dann losgehen…

Stolpersteine

Nach vielen Stunden Problemsuche stellte ich fest, dass eine kleine paperspace-VM (Virtual Machine) nicht fürs Cloud Gamen reicht. Die Streaming-Software Parsec benötigt für das Encoding eine gute Grafikleistung auf der virtuellen Maschine.

Für $7 pro Monat Grundgebühr $0.51 pro Stunde gibt es bei Paperspace das Abo «GPU+». Damit funktionierte bei mir Parsec wunderbar.

Latenz

Ich schätze die Latenz bei mir auf ca. 100ms. Zugute kommt mir ein synchroner 1GB-Internetanschluss (Shoutout für den besten Internetanbieter der Schweiz: Fiber7 🙌). Bremsen tut mein in die Jahre gekommene iMac 2010. Bei jedem Start von Parsec erhalte ich wegen fehlender Unterstützung einer Hardwarebeschleunigung eine nervige Warnung.

100ms Latenz sind nichts für ambitionierte Zocker. Für meine Casual-Runde Overwatch, City Skylines oder Ni no Kuni II reicht es bei Weitem.

Nachteile Streaming

Artefakte

Vor allem bei schnellen Szenewechseln sind deutliche Artefakte zu erkennen. Das könnte auch an meinem Compi liegen. Stören tut es am Anfang fest, mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

Latenz

Ist mit 100ms eher an der oberen Grenze und wird bei Auflösungen über FullHD auf meinem Setup deutlich höher. 

Hardwarevoraussetzungen

Fürs schnelle decoden der Bilder ist doch eine gewisse Hardware nötig. Viel braucht es nicht, aber ein 10-jähriger Compi ist dann doch etwas knapp bemessen. Details zu den Anforderungen: https://support.parsecgaming.com/hc/en-us/articles/115002702391-Hardware-Requirements-For-Connecting-To-Another-Computer-With-Parsec

Meine ATI Radeon HD 5750 schmeisst eine Fehlermeldung wegen fehlender Unterstützung.

Zu wenig Grafikleistung führt zu einer Warnung beim Start

Kosten

Ein eigener Computer wäre günstiger, wenn ich mehr als 815 Stunden pro Jahr oder knapp 16 Stunden pro Woche am Computer spielen würde.

Als Berechnungsgrundlage ging ich von jährlichen Kosten von CHF 500 für Computerhardware aus. Ich hab ausgerechnet, wie viel ich pro Jahr für CHF 500 mit dem Parsec «GPU+»-Plan und 100GB Platz spielen könnte. Rechnung:

((500-(12*7))/0.51) = 815.7

oder pro Woche

((500-(12*7))/0.51)/52 = 15.7

Fazit

Hast Du einen einigermassen neuen Computer oder ein Android-Tablet, brauchst keine Ultrakurz-Latenz und spielst eher Rollen-, Strategie oder Adventures, dann kann ich Dir das Setup empfehlen. Du sparst eine grosse Kiste zuhause und bei unter 15 Spielstunden pro Woche auch Geld.

Ein vollwertiger Ersatz für ein lokales Game Setup ist das Cloud Gaming aus meiner Sicht noch nicht. Ich bin aber gespannt, was die Zukunft in dieser Hinsicht zu bieten hat.

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