Mobiles Internet in Japan

Update Juli 2019

B-Mobile änderte seine Angebote im 2019. Der Preis sank von ¥3480 auf ¥2980, das Datencap erhöhte sich von 5 GB auf 7GB.


Auf meiner letzten Japan-Reise benützte ich eine «Visitor SIM» von B-Mobile. Diese Besucher-SIM-Karten sind an grösseren Flughäfen in Elektronikgeschäften käuflich. In Tokyo Haneda ist das zu Beispiel der Laden «Air Bic Camera». Auch möglich ist die Bestellung per Amazon. Mit diesem Prepaid-Datenplan erhält man 5GB Datenvolumen für 21 Tage in ganz Japan.

Eine Telefonnummer erhält man aus rechtlichen Gründen nicht. Das empfand ich in Zeiten von VOIP, WhatsApp und Line aber nicht als grosse Einschränkung.

Die Registrierung, wie auch die Benützung verlief für mich problemlos. Die Geschwindigkeit ist nicht berauschend, reicht aber für Messaging, GPS und gelegentliches Surfen gut. Eine Wegen der Einfachheit und des Preises, würde ich das Paket «Visitor SIM» von B-Mobile Japanreisenden empfehlen, die sich unterwegs auf Messaging, Übersetzungs- und Kartendienste verlassen möchte. Bisher verwendete ich aber noch keine anderen Anbieter, somit fehlt mir ein Vergleich.

Deshalb siehst Du in Japan so viele Ballet-Studios

In Japan stösst man oft auf kleine Balletstudios. Ihre Aufmachung und Namen wirken auf mich oft wie Frankreich-Kitsch. Gemäss einer Arbeit von Sayako Ono der Tokyo University zum Thema, steht Ballet für eine art westliche Traumwelt, in der weniger gesellschaftlicher Druck auf dem Rollenbild der Frau lastet, wie das in Japan der Fall ist.

Der Ursprung des Ballet-Booms startete ungefähr 1955 bis 1975 . In diese Zeit entwickelte sich in Japan eine Mittelklasse, die sich zunehmend Luxusartikel leisten konnte. Während dieser Zeit waren Balletstunden sehr teuer und deshalb nur für die Oberschicht erschwinglich. Für viele zu dieser Zeit in Japan heranwachsende Frauen war Bellerina ein fast unerreichbares Ziel und eine Art Traumberuf. Ein Grund für dieses Image war auch, dass Ballet in Massenmedien als beliebtes Motiv für Cover-Fotos und 1972 in einem Japanischen «Dorama» – eine Art japanischer Soap Opera – angepriesen wurde.

Viele in dieser Zeit aufgewachsene Frauen wurden von diesen Idealen beeinflusst. Sayako Ono sieht Indizien dafür, dass diese Frauen ihren Kinder das ermöglichen wollten, was für sie ausserhalb des Möglichen lag. Viele Frauen dieser Generation gehen gleich selber in Balletstunden, um das vermeintlich verpasste nachzuholen. Für sie bedeutet Ballet einen sozialen Status, der in jungen Jahren ein schier unerreichbares Ideal war.

Für Frauen im Alter von 40 aufwärts ist es einerseits eine Form der Selbstverwirklichung in einer Umgebung, in der sich viele Freuen voll und ganz ihrer Familie hingeben. Es ist ein Ausbruch aus der klassischen Rolle für eine kurze Zeit. Zudem ist für viele Frauen in Japan der Westen eine art Traumwelt, in welcher der gesellschaftliche Druck auf das klassische Rollenbild der Frau weniger stark ist als in Japan.

Ballet ist eine kleine Insel, im Meer der alleinigen Verantwortung für Haushalt und Kinder, auf der die ansonsten für Frauen gesellschaftlich verpönte Sehnsucht nach eigenwilligem und ich-zentriertem Handeln ausgelebt werden kann.

Spannend. Und wenn Du noch nie in Japan warst – es gibt dort noch ganz viel andere spannende, schöne, überraschende, verblüffende, lustige, erstaunliche, schelle und unglaublich gut organisierte Dinge. Eine Reise lohnt sich.

Source: «Ballet in Japan: Reconsidering the Westernisation of Japanese Ballet» von Sayako Ono, Tokyo University of Foreign Studies

Natto

Die einen hassen, die anderen lieben es: Nat­tō – die japanische Spezialität hergestellt aus fermentierten Sojabohnen.

Natto riecht stark und zieht Fäden beim Essen. Tönt nach Fondue und ich finde den Geruch vergleichbar. Die Natto-Fäden sind aber schleimig und nicht cremig/käsig wie beim Fondue. Und beim «schleimig» sehe ich auch das Kompatibilitätsproblem mit Europa. Ich hab das Gefühl, bei uns Europäern löst schleimiges Essen schnell Ekel aus.

Die Erfahrung zeigt ebenfalls: das glibberige und schleimige Natto schmeckte den meisten mir bekannten EuropäerInnen nicht. Beim ersten Bissen bin ich ehrlich gesagt auch erschrocken und musste mich. In Japan trifft man jedoch laufend auf «schleimiges» Essen, wie zum Beispiel Quallen, Tororo, Algen oder Okra.

Wenn Du mal in Japan bist und auf der Suche nach komplett Neuem bist: Versuche Natto, Tororo oder Okra! Entweder, Du wirst es lieben. Oder Du hasst es – kannst dafür etwas auf der «Must have done in life»-Liste abhaken.

Natto – fermentierte Sojabohnen. (Bild: Gleam@wikipedia)

Inspiration: https://asienspiegel.ch/2018/06/der-nordosten-japans-natto-guertel

Self-Scanning 2.0 in Japan: So bezahlst Du bei Uniqlo

In Japan gibt es Self-Scanning, bei denen kein Barcode-Scannen mehr anfällt. Ich habe das bei meinem letzten Japan-Aufenthalt ausprobiert, war schwer beeindruckt und freue mich darauf, wenn diese Technologie den Weg in unsere Gefilde schafft.

Hier in der Schweiz, benütze ich oft die Self Scanning-Kassen. Ich fühle mich weniger gestresst, weil ich da in meinem Tempo einpacken kann.

Bei der von mir bei Uniqlo getesteten Kasse, entfällt das mir gewohnte Barcodescannen. Stattdessen reicht es, die Ware im Warenkorb in einen kleinen Schrank stellt. Darauf erkennt das System alle Kleidungsstücke darin und zeigt diese auf dem Display an. Danach wird gezahlt und auf Wunsch kann man sich die Kleider noch schön einpacken lassen. Von einem Menschen.

Ich war schwer beeindruckt vom Geschwindigkeitszuwachs dieser Methode. Der ganze Bezahlprozess verläuft massiv schneller, wie wenn Artikel per Barcode-Scanning einzeln eingelesen werden. Ich kann mir gut vorstellen und hoffe, dass ähnliche Systeme mittelfristig auch in der Schweiz mittelfristig Einzug halten werden.

Auf YouTube fand ich folgenden Film, der den Prozess dokumentiert.

Selfscanning in Quniqulo in Japan